Junges STM
Penguin's Days 2020
PENGUIN'S DAYS 2020
Penguin's Days 2020
Vom 17. bis zum 30. März 2020 gab es eine künstlerische „Materialschlacht“, die ihresgleichen suchte: Neun Inszenierungen aus ganz Deutschland waren zu Gast bei den 28. Penguin’s Days, um das Programm des Festivals im Kampf um den „Goldenen Pinguin“ auf vielfältige Weise zu bereichern.
Alle Inszenierungen arbeiteten dabei mit verschiedenen, teils ungewöhnlichen Materialien. Das „Papierstück“ zeigte zum Beispiel, auf wie viele Arten man mit unterschiedlichen Formen von Papier spielen kann, „The BIG Picture“ kam den Geschichten hinter bekanntem und unbekanntem Bildmaterial performativ auf die Spur und in „RemembeRING“ begab sich eine jüdische Frau auf die Suche nach Antworten zu ihrer Familiengeschichte und bearbeitete ihr biografisches Material für das Publikum.
In einer spielerischen Verbindung zwischen ungewöhnlichen Formen und Farben, Themen und kultureller Diversität, stellte sich immer wieder die Frage nach dem Umgang mit dem Neuen und Unbekannten. Die eingeladenen Theatergruppen fanden dabei in ihren Inszenierungen Ansätze, die Mut und neugierig machten.
„OUT! – Gefangen im Netz“ vom Kreschtheater aus Krefeld
„remembeRING – Besser ist, wenn du nix weißt.“ Vom Theater La Senty Menti aus Frankfurt am Main
„Einmal Schneewittchen, bitte“ vom Theater Anna Rampe aus Berlin
„Papierstück“ von der Tanzfuchs Produktion aus Köln mit dem Tanzhaus NRW
„Kleine Geschichten“ von Ciacconna Clox e.V. aus Leipzig
„Die 7 Raben“ vom Kranewit Theater aus Berlin
„Wie die Welt auf die Welt kam“ von der Kleinsten Bühne der Welt aus Pullach
„Schwarzweiß“ von SPIEL.WERK e.V. aus Ansbach
„The BIG Picture“ vom Fetter Fisch – Performance Theater aus Münster
Gastspiele
Der letzte Henker
DER LETZTE HENKER
VON. PETER JAKOB KELTING UND ELIAS PERRING, BEARBEITUNG VON BERNHARD STUDLAR
Team
Mit:
Farahs Emami
Klaas Herchert
Simon Lemmer
Melena Ross
Eduard Sasimovich
Inszenierung: Lea Krell
Premiere: 25.01.2020, Studio
Foto: Norbert van Bebber
1939 muss sich der Schweizer Delinquent Paul Irniger vor dem St. Galler Kantonsgericht des Dreifachmordes verantworten. Kurz darauf senkt sich das das Fallbeil der Guillotine im Kanton Zug ein letztes Mal. Vollstreckt wird das Urteil durch Arthur X, der im weiteren Verlauf mit paranoider Schizophrenie diagnostiziert wird und Jahre später in der Psychiatrischen Klinik Waldhaus in Chur verstirbt. Was sich im Jahr vor der Hinrichtung abspielt, scheint wie ein makabrer Witz der Regierung: es wird ein Bewerbungsverfahren für die Allgemeinheit eröffnet, im Rahmen dessen sich weit über 100 Freiwillige melden, den Posten des Scharfrichters im Falle Irniger einzunehmen. Mit 115 von ihnen wurden unter der Leitung des Psychiaters Boris Pritzker Gespräche geführt.
Fünf dieser Interviews und die damit verbundenen Charaktere werden in dieser Inszenierung von einer Gruppe junger Erwachsener in den Fokus genommen und Fragen von Moral und (Selbst-)Justiz beleuchtet. Wie weit gehen Menschen, wenn sie eine Legitimation erhalten? Und sind ihre Beweggründe uns tatsächlich so fremd, wie wir es meinen?
Der letzte Henker
Mit ihrem Regiedebüt wagt sich die junge Regisseurin an einen herausfordernden Stoff, dessen Umsetzung ihr zusammen mit dem Ensemble Fahras Emami, Klaas Herchert, Simon Lemmer, Melena Ross und Eduard Sasimovich vielerorts gelingt. So gestaltet sie das STM-Studio in einen öffentlichen Verhandlungsraum, indem sie die übliche Zuschauer- und Bühnenebene auflöst. Auf diese Weise wird das Publikum ungewollt Teilhaber des makabren Bewerbungsverfahrens. Trotzdem lässt sie den fünf Bewerbern genügend Privatsphäre, ihre unterschiedlichen Beweggründe, Charaktere und Seelenzustände offenzulegen.
(Olaf Reifegerste, Rheinische Post)
Pressestimmen
Komm her, Bursche! (UA)
KOMM HER, BURSCHE! (UA)
Team
YOUNGSTERSCLUB
Mit:
Arvid Schrör
Ben Kiehne
Charlotte Paschke
Charlotte Weber
Emma Lampke
Chiara Nöchel
Ida Schreiber
Judith Klumb
Katharina Mair
Mara van der Eijk
Nelly Albinus
Inszenierung: Robert Hüttinger
Premiere: 13.12.2019, Schloss
Foto: Robert Hüttinger
Im Mittelalter müssen Jungs aus gutem Hause den Weg
des Ritters einschlagen und junge Mädchen Damen werden. Das ist ein unumstößliches Schicksal! Doch Johanna möchte das nicht gelten lassen. Sie schafft es, als Junge getarnt an die Ritterschule zu kommen. Dieses Wagnis bringt allerlei Gefahren mit sich. Die größte Herausforderung aber ist es, als Bursche zu bestehen und nicht als Mädchen entlarvt zu werden. Und dann ist da auch noch diese drohende dunkle
Macht…
Komm her, Bursche! (UA)
Sie beschäftigten sich mit Fragen wie Zusammenhalt und Benachteiligung. Und das spiegelte sich in der Aufführung von „Komm her, Bursche“ wider (...) Auf der Bühne des Schlosstheaters, in Längsrichtung ausgerichtet, spielen neun Mädchen und zwei Jungen ihr selbstgeschriebenes Stück mit großer Überzeugung und Ernsthaftigkeit. Sie tauchen ganz ins Mittelalter ab, schwingen ihre Holzschwerter in Zeitlupe zur Kampf-Musik „Eye of the Tiger“, diskutieren mit Leidenschaft über Geschlechterrollen, über scheinbar unumstößliche Normen, die sich langsam auflösen. (...) Dass die Gruppe in der Entwicklungs- und Probenphase zu einem tollen Team zusammengefunden hat, konnten die Zuschauer spüren. Und das unterstrich auch die Aussagen des Stücks: Traut euch, euren eigenen Weg zu gehen! Gemeinsam können wir alles schaffen!
(Ulrike Rauhut, Rheinische Post)
Pressestimmen
Mysteriös (UA)
MYSTERIÖS (UA)
Team
KIDSCLUB
Mit:
Baran Ugur
Leni Gies
Melina Rudkowski
Casey Gossens
Maja Tautz
Thorben Kusch
Tristan Kusch
Lena Kremer
Inszenierung: Robert Hüttinger
Premiere: 11.10.2019, Studio
Foto: Robert Hüttinger
In dieser Kriminalgeschichte versuchen die Bewohner:innen der Hasenstadt ein Rätsel rund um ein überdimensioniertes Gemüse zu lösen. Im Verlauf der Geschichte lernen die Zuschauer:innen verschiedene Gesellschaftstypen kennen und wie sie aus der Sicht der Hasen zu sein scheinen. Gelangweilte durstige Kamele, Riesen im Wald oder Cowboys und Cowgirls, die den Schein von Coolness erwecken, aber im Inneren einen weichen Kern haben.
Mysteriös (UA)
Gut eine Stunde präsentierten die acht jungen Schauspielerinnen und Schauspieler des "Kidsclubs" unter der Regie des Schlosstheaterpädagogen Robert Hüttinger eine wahrhaft mysteriöse Geschichte um eine plötzlich auftauchende Riesenpaprika in der Stadt der Hasen. (...) Das hieß für die jungen Schauspieler, dass sie ständig zwischen gänzlich unterschiedlichen Rollen wechseln mussten. Keine leichte Aufgabe, die sie, wenn natürlich nicht immer mit professioneller Routine, dafür aber mit viel bewundernswerter Spielfreude bewältigten. Das Gleiche galt sowohl für die Premiere am Freitag als auch für die zweite Aufführung am Samstag. Entsprechend groß und wohlverdient war an beiden Tagen der Applaus.
(Jutta Langhoff, Rheinische Post)