Junges STM

Penguin's Days 2019 | Gemeinschaftskunde | Auch Deutsche unter den Opfern | Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft. | Body Snacks |

Penguin's Days 2019

PENGUIN'S DAYS 2019

Penguin's Days 2019

 

„Farbe bekennen“ hießt das Motto der 27. Penguin’s Days. Die Karten auf den Tisch legen, Position beziehen, aber auch das Bunte und Vielfältige zulassen und sich nicht mit einer oberflächigen Schwarz-Weiß-Malerei zufriedengeben, die zur Ausgrenzung des Fremden führt. Ein Appell, sich auf die Suche zu begeben nach den kleinen Unterschieden und Farbnuancen, die das Leben erst lebenswert machen.
„Farbe bekennen“ gehörte zum Lebensgefühl unseres Kollegen Holger Runge, der im November 2018 plötzlich verstorben ist und der das Festival über viele Jahre künstlerisch leitete. Seine Leidenschaft, Neugier und sein Humor steckten auch in diesem Festival, das er noch mit vorbereiten konnte und das - ganz in seinem Sinne - nicht im eintönigen Grau, sondern bunt, schillernd und vielfältig gefeiert wurde. Alle eingeladenen Stücke - sowie die zusätzlichen Hausproduktionen des Schlosstheaters Moers – standen 2019 für künstlerische Vielfalt und luden ein zur Weltentdeckung und offenen Auseinandersetzung. 

„Möchten Sie Ihren Vater wirklich in den Papierkorb verschieben?“ von Cornelia Niemann aus Frankfurt am Main

„Bin ich rechts? – ein Klassenzimmer Politomat“ vom Treibkraft.Theater aus Hamm 

„Unterm Kindergarten“ vom Theaterhaus Ensemble aus Frankfurt am Main

„Zinnober in der grauen Stadt“ von United Puppets aus Berlin

„König Lindwurm oder wie schreibt man einen Brief?“ vom Agora Theater aus St. Vith mit der Studiobühne Köln

„Die Biene im Kopf“ vom Consol Theater aus Gelsenkirchen

„Patricks Trick“ vom Theaterhaus Ensemble aus Frankfurt am Main

„Krabat. Jede*r entscheidet selbst“ von C.T.201 aus Köln mit dem Comedia Theater

„Unendlich Luft“ von Nils Kretschmer und David Vormweg aus Köln

„Körperatlas. Expedition in die Eingeweide“ von VORSCHLAG:HAMMER und dem Schlosstheater Moers

Gastspiele

Goldener Pinguin: „Unterm Kindergarten“ vom Theaterhaus Ensemble aus Frankfurt am Main

Jury-Zitat: „Über die spielerische Art können sich die Zuschauerinnen mit den Schauspielern interaktiv dem Thema Tod nähern und ihnen wird die Furcht vor diesem Teil des Lebens genommen. Die Inszenierung greift mit Fingerspitzengefühl da ein, wo andere Mittel nur schwer funktionieren und schlägt eine Brücke zwischen dem Leben über der Erde und darunter. 

Sonderpreis: „Bin ich rechts? – Ein Klassenzimmer Politomat“ vom Treibkraft.Theater aus Hamm

Jury-Zitat: „Die Inszenierung ist ein Aufruf, nicht einfach populistische Äußerungen anzunehmen, sondern sich eine eigene Meinung zu bilden, nicht vorschnell zu handeln und Zivilcourage zu zeigen. (…) Weiterhin fordert die Art des Vortrags nicht nur zum Nachdenken, sondern auch direkt zum Handeln auf: Es wird nicht lehrmeisterlich der schlechte Einfluss von rechtsradikaler Propaganda und Parolen erklärt, sondern diese Propaganda wird auf drastische Weise erlebbar gemacht und auf die Spitze getrieben.“

 

 

Preisverleihung des Goldenen Pinguin's

Gemeinschaftskunde

GEMEINSCHAFTSKUNDE

VON MARK RAVENHILL 

Team

Mit: 
Michelle Ganske
Julia Henning
Werner Kemp
Simon Lemmer
Valentin Linse
Lejla Mejric
Cedric Pelzer
Karl Slomski
Anna Ueltgesforth



 

Inszenierung: Holger Runge, Weiterführung von Robert Hüttinger

Premiere: 23.02.2019, Studio

 

Im Stück von Mark Ravenhill geht es um die Auseinandersetzung eines jungen Mannes mit seiner eigenen sexuellen Identität. Denn Tom hat einen wiederkehrenden Traum: eine Gestalt beugt sich über ihn und gibt ihm einen Kuss. Unklar ist, ob diese Person ein Mann oder eine Frau ist. Unklar über sich selbst sucht er Hilfe und Rat bei Freunden und Lehrern, die allerdings alles andere als hilfreich sind. Der Druck wächst, als seine Freundin Amy wissen will, „was er ist“. Der Plot versucht eine Annäherung an das Thema Homosexualität für Jugendliche zu schaffen und beschreibt die Situation aus der Not eines Jungen heraus, der ohne Rückhalt den Kampf antritt, mehr über sich herauszufinden.

Gemeinschaftskunde

„Neun Laien-Schauspieler des Jungen STM, in der Mehrzahl Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums „Filder Benden“, zeigten in zeitgemäßer Sprache, wie Jugendliche von heute mit dem heiklen Thema umgehen.“ 
(Reiner Becker, NRZ)

„Die Schauspieler, allen voran Karl Slomski als Tom und Anna Ueltgesforth als Amy, spielten die Premierenvorstellung im Studio des Schlosstheaters unfassbar professionell und packend. Ohne schützenden Abstand zum Publikum, sondern direkt vor den Augen und Füßen der 50 Zuschauer, schafften sie es, die ganze Zerrissenheit und Unsicherheit der Teenager intensiv auszudrücken. Sexualität und sexuelle Suche als Tabu-Themen, die auch in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich öffentlich diskutiert werden und schon gar nicht vor Eltern und Großeltern ausgebreitet werden, kamen hier den Anwesenden aus allen Generationen nahe.“
(Ulrike Rauhut, Rheinische Post“)

Pressestimmen

Auch Deutsche unter den Opfern

AUCH DEUTSCHE UNTER DEN OPFERN

VON Tuğsal Moğul 

Team

Mit: 
Farahs Emami
Helge Gebel
Klaas Herchert
Lea Krell
Simon Lemmer
Valentin Linse
Maral Raz Sedighi
Ali Turp



 

Inszenierung: Holger Runge

Premiere: 27.10.2018, Studio

 

Am 11.07.2018 wurde am Oberlandesgericht München nach 438 Prozesstagen Beate Zschäpe als Mittäterin der Morde und Sprengstoffanschläge des NSU, wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und wegen schwerer Brandstiftung zu lebenslanger Haft verurteilt. Die vier als NSU-Helfer Mitangeklagten wurden jeweils zu zeitigen Freiheitsstrafen verurteilt. Alle Angeklagten legten Revision ein.

Das Junge STM untersucht mit seiner Inszenierung das langjährige Prozessgeschehen und dessen Hintergründe und erinnert aus der Perspektive des Gerichtsprozesses an die Mordtaten des NSU und die Folgen für die Opfer und die Gesellschaft. Das besondere Augenmerk bei der Auswahl der Gruppe lag auf der Interkulturalität und Diversität der Spielenden, ein Teil der Gruppe hat einen Migrationshintergrund.

Auch Deutsche unter den Opfern

„{...}Mit dem Wissen, dass das keine fiktive Geschichte ist, war es eine beklemmende Stille. Nach etwas mehr als einer Stunde erhoben sich die Schauspieler von den Plätzen, öffneten die Aktenordner und verkündeten das Urteil für Beate Zschäpe und für die vier als NSU-Helfer Mitangeklagten. Es war das Originalurteil. Dann wurden die Ordner zugeklappt, das Ensemble verließ den Gerichtssaal, das Licht ging aus. Zurück  blieb  das  Publikum  in  völliger  Dunkelheit  und  Stille. Erst Sekunden später fingen  die Besucher an zu applaudieren und sparten nicht  mit dem Beifall. ‚Wahnsinn. Einfach irre, danke dafür“, sagte  ein  Besucher beim Verlassen des  Studios zum Ensemble Er war nicht der einzige, den das Stück an diesem Abend faszinierte.“ 
(Jasmin Ohneszeit, NRZ)

„Als bei ausgeschalteter Beleuchtung die zahlreichen Namen der Opfer rechtsradikaler Gewalttaten in Deutschland seit 1990 vorgetragen und dabei Gesichter einzelner Besucher mit Taschenlampen angestrahlt wurden, war es sehr still im Saal. Mit der Verurteilung von Beate Zschäpe zu lebenslanger Haft endete das vielschichtige Theaterstück schließlich. Das Publikum bedankte sich bei den hervorragenden Ensemblemitgliedern des „Jungen STM“ im Alter von 19 bis 24 Jahren mit viel Beifall und stehenden Ovationen.“
(Jan Caspers, Rheinische Post, 29.10.2018)

Pressestimmen

Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.

VERGANGENHEIT. GEGENWART. ZUKUNFT.

Team

Zehn Spieler:innen des Youngerclubs


 

Inszenierung: Robert Hüttinger

Premiere: Spielzeit 2018/2019

 

Das Stück greift die Gedanken von Jugendlichen auf, wie Zukunft zwischen Digitalisierung und Fortschritt aussehen könnte. Die dystopische Handlung beinhaltet Themen, wie Umweltzerstörung, künstliche Intelligenz und Klimawandel.

In verschiedenen Episoden wird die Abschaffung der Menschheit gezeigt. Zunächst freut sich das zentrale Figurenpaar über den neuen Haushaltsroboter, doch dann übernimmt die Technik die Kontrolle. Eine Blumenhändlerin kann wegen der Umweltverschmutzung keine Blumen mehr verkaufen und muss eine neue Strategie finden, um überleben zu können. Und als wäre das alles nicht schon genug, wird das Lachen verboten, denn lachen mache krank. Als klar wird, dass die Umweltverschmutzung in Kombination mit Robotik Schuld an all dem ist, ist es schon zu spät.

Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.

„Die gelungene Inszenierung arbeitet mit allen Mitteln der Bühnenkunst, als da wären Schauspiel, Choreografie, Musik und bildende Kunst. Entscheidend ist die Botschaft der Theaterarbeit, dass nämlich der „Homo Ludens“ der spielende Mensch also, Spaß und Lebensfreude hat und damit überlebt.“ 
(Reifegerste, Rheinische Post)

Pressestimmen

Body Snacks

BODY SNACKS

VON JENS ROSELT

Team

Mit:
Kathrin Müller
Lara Ena
Fernando Escudero
Amra Aljic
Meryem Memeti Berfin
Evin Atakan 
Frank Wickermann 


 

Inszenierung: Kathrin Leneke

Premiere: Spielzeit 2018/2019

 

Eigentlich ist die Welt in Ordnung. Eine Gruppe alter Studienfreund:innen ist heute beruflich erfolgreich und geht regelmäßig zum Sport. Doch einige von ihnen wurden möglicherweise durch exakte Duplikate ausgetauscht. Es beginnt eine Suche nach Authentizität und Wahrheit. Es ist unklar, wem man noch trauen kann und wer echt ist oder bereits durch eine emotions- und empathielose Kopie seiner selbst ausgetauscht wurde. 

Body Snacks

Gefühle sind ein großes Thema dieses Theaterstücks. In Kombination mit den witzigen skurrilen Dialogen haben Kathrin Müller, Lara Ena, Fernando Escudero, Amra Aljic, Meryem Memeti Berfin und Evin Atakan eine der ältesten Fragen des Theaters beleuchtet: Was ist der Mensch? (...) Das Stück war kurzweilig und unterhaltsam. Gemeinsam mit Schauspieler Frank Wickermann übten die jungen Darsteller während der Proben auch das richtige Sprechen ein. Das machte sich bei der Premiere am Montag bezahlt: Klar und deutlich war jedes Wort zu verstehen. (NRZ)

Pressestimmen